Historie der Prinzengarde

Als sich im Herbst des Jahres 1968 fünf junge, karnevalsbegeisterte Männer in einer feucht-fröhlichen Runde trafen, um über die Weiterentwicklung des Langenfelder Karnevals, ihres Hobbys, zu reden, da dachte von ihnen mit Sicherheit keiner an die Gründung eines neuen Vereins.

Winfried Gabler, Josef Krings, Manfred Rings, Manfred Stuckmann und Gerd Vollbach, war die besagte Stammtischrunde.

Zu dieser Zeit waren die im Festkomitee Langenfelder Karneval vertretenen Vereine:

K.G. Bim-Bim, die Gesellschaft der Straßenbahner der Rhein-Wupper-Bahn, die K.G. Spießratzen, das Kartell der katholischen Vereine ( KdkV) , die katholische Jugend ( Kajuja) der MGV Philomele, der Quartettverein Gladbach, und einige Einzelkämpfer, wie Hans Röhrig aus Richrath.

Die Repräsentanten des Langenfelder Karnevals waren der Postillon und die Christel von der Post.

Die einhellige Meinung der besagten Runde war, der Langenfelder Karneval, der so mehr schlecht als recht hindümpelte, muss aktiviert werden.

Zudem, so war ihre Meinung, muss ein Prinz als Repräsentant her.

Kurz danach kamen weitere Mitstreiter hinzu:

Karl-Heinz Meyer, Toni Niggestich, Harald Siegert und Theo Wimmershoff.

Im November 1968 war man sich dann einig, es sollte ein neuer Verein gegründet werden, doch wie soll der neue Karnevalsverein heißen.

Langenfelder Karnevalsverein, Große Langenfelder Karnevals Gesellschaft, Bürgerverein, waren nur einige der Vorschläge.

Dann kam der 11.11. 1969 und mit ihm die Frage, Prinz ja oder nein.

Als man sich dann für einen Prinzen entschied, war die Entscheidung eigentlich gefallen. Für keinen der angestrebten Namen konnte man sich entscheiden, da der neue Prinz ja auch eine Garde benötigte.

Das Festkomitee wurde von der neuen Idee eines Prinzen begeistert und man entschloss sich künftig einen Prinzen zu küren.

Das war der Startschuss zur Gründung der K.G. Prinzengarde.

Der erste Prinz wurde in Heinz Köbbe, einem Optikermeister, gefunden, und die K.G. Prinzengarde begleitete ihn, zusammen mit allen Langefelder Karnevallisten, so wie es auch heute noch Brauch ist.

Die Session ging dann einigermaßen geordnet über die Bühne, und es tauchte die Frage nach einem geeigneten Nachfolger als Prinz auf.

Die K.G. Prinzengarde war jetzt im Zugzwang. Man hatte sich so für die neue Idee stark gemacht, also sollte der neue Verein auch für einen geeigneten Nachfolger sorgen. Basta.

Auch die Frage des Kostüms tauchte auf und die Frage der Farben der Prinzengarde, die fortan nur noch unter dem Namen PG bekannt wurde.

2. Prinz wurde in der Session 1969/70 Gerd Vollbach, der 1. Vorsitzende der PG.

Nachdem der 1. Langenfelder Prinz ein geliehenes Phantasiekostüm vom Düsseldorfer Malkastenball getragen hatte, sollte es jetzt ein "richtiges" Kostüm sein.

Also auf nach Korschenbroich, zum Kostümschneider.

Hier war allerdings nur ein schwarz-goldenes Prinzenkostüm frei, das der Aachener Prinz hätte tragen sollen, ihm aber zu klein geschneidert wurde.

Dieses Kostüm wurde zu einem Sonderpreis erworben und seither trugen zahlreiche Prinzen in Langenfeld Schwarz-Gold.

Folgende Prinzenpaare wurden in den vergangenen Jahren gestellt:

1968/69     Heinz Köbbe und Gerdi Meier

1969/70     Gerd Vollbach und Annemarie Beumer

1970/71     Alfred Kaczmarek und Hildegard Kaczmarek

1971/72     Hilmar Kielmann und Helga Kielmann

1972/73     Wolfgang Schapper und Lea Schapper

1973/74     Manfred Hahnenberg und Annemarie Hahnenberg

1974/75     Wilfried Wackerhagen und Karin Ewert

1975/76     Heinz Niewerth und Agnes Niewerth

1976/77     Philip Möxs und Marga Hellingrath

1977/78     Manfred Stuckmann und Margot Stuckmann

1978/79     Klaus Mather und Ingrid Mather

1979/80     Jochen Gerling und Ingrid Gerling

1981/82     Martin Mönikes und Rita Mönikes

1982/83     Helmut Hermanns und Ingrid Hermanns

1986/87     Claus Rettberg und Hildegard Rettberg

1987/88     Hartmut Schiffer und Gabi Schiffer

1989/90     Willi Hiller und Marlis Hiller

1990/91     Fritz Schlunken und Adelheid Schlunken

1991/92     Fritz Schlunken und Adelheid Schlunken

1992/93     Fritz Maibaum und Heidi Maibaum

1996/97     Dirk Schwickrath und Christiane Schwickrath

2002/03     Jochen Buff und Katja Liever

2003/04     Gottfried Buff und Dorothee Buff

2007/08     Peter Noffke und Helga Kohl

2008/09     Benno Schollmeyer und Birgit Schollmeyer

2013/14     Stephan Klose und Juliane Klose

Jetzt tauchte die Frage nach den Farben der PG auf, und was bot sich da richtiger Weise für den Verein des Prinzen an, ebenfalls Schwarz und Gold.

Eine Uniform, wie in Garden üblich wurde allerdings abgelehnt, somit wurden Smoking-Jacken angeschafft.

Die 1. Uniformen der PG kamen aus Mainz.

Goldfarbene Lurexjacken, schwarze Hemden, goldfarbene Fliegen und eine "Mainzer" Karnevalsmütze, die eigentlich nicht zur Tradition des hiesigen Karnevals passte.

Günter Lindemann, der Leiter der Dekoabteilung des neugegründeten Karstadthauses entwarf das Wappen der PG, das auch heute noch Standarte und Uniformen ziert.

Mittlerweile hatte sich eine kleine Gruppe junger Damen um die Frau des Mitbegründers Winfried Gabler, Rita Gabler geschart, die aus ihrem Hobby Tanzen, eine Tanztruppe bildeten, das Tanzcorps der PG war geboren.

Fast gleichzeitig scharte Harald Siegert eine junge Truppe von Musikern um sich, die dann das Fanfarencorps der PG bildeten.

Drei Jahre später trennte sich die Gruppe von der PG und gründeteten das 1. Langenfelder Fanfarencorps.

Da ein richtiger Verein auch einen richtigen Vorstand benötigt, wurde auch ein 1. Vorstand gewählt.

Den 1. Vorstand der PG bildeten:

Gerd Vollbach                 1. Vorsitzender 

Theo Wimmershoff        2. Vorsitzender

Manfred Stuckmann      Präsident

Winfried Gabler              Schatzmeister

Josef Krings                      Schriftführer

sowie Manfred Rings, Rita Gabler, Harald Siegert und Toni Niggestich.

Prinz Gerd I. und seine Prinzessin Annemie I. regierten als 1. richtiges Prinzenpaar die Närrinnen und Narren der Stadt.

Das Tanzcorps der PG schlug ein wie eine Bombe und feierte tolle Erfolge, selbst in Düsseldorf und Köln und trat zeitweilig als die Garde der Prinzessin von Düsseldorf , in Blau-Gold auf.

Das Fanfarencorps löste sich nach inneren Querelen nach 3 erfolgreichen Jahren auf und ging als 1. Langenfelder Fanfarencorps neue Wege.

Die Trennung erfolgte in beiderseitigem Einverständnis und das enge Verhältnis mit unserem ehemaligen Sprössling besteht auch heute noch. 

Die 1. karnevalistische Veranstaltung der PG war die Karnevalseröffnung und ein Raubritterball in der Stadthalle.

Der richtige Durchbruch kam dann mit immer ausverkauften Zeltveranstaltungen auf dem Marktplatz. 

Über 1000 Gäste wurden dort gezählt, und das mehrfach in einer Session.

Oktoberfeste im Zelt kamen kurze Zeit später hinzu, die PG feierte riesige Erfolge.

Auch in der Mitgliedschaft setzte die PG neue Maßstäbe.

Die Mehrzahl der Ratsmitglieder und der größte Teil der Langenfelder Geschäftswelt wurden Mitglieder der PG.

Im Sog der PG-Erfolge folgten zahlreiche Neugründungen in der Karnevalsszene.

Postalia, RKV, K.G. Köche und Kellner kamen hinzu.

Die K.G. Spießratzen, die für einige Jahre ihren Betrieb eingestellt hatte, formierte sich ebenfalls neu, und die KG Bim-Bim löste sich auf.

Die Kajuja stellte ihre erfolgreichen Sitzungen ein und aus dem KdkV wurde die Veranstaltung der Cäcilia.

1971 wurde die 1. Herrensitzung in Langenfeld von der PG veranstaltet, 1972 folge die 1. Damensitzung.

Da eine Prunksitzung im Reigen der Veranstaltungen fehlte, wurde der Raubritterball 1976 zur Prunksitzung umgestaltet.

Der Ball Intern folgte, und nachdem zunächst eine Seniorensitzung mit dem Opladener Verein Wupperveilchen für die AWO durchgeführt wurde, übernahm das dann auch die PG.

Alle Veranstaltungen wurden von Manfred Stuckmann als Präsident geleitet.

Zwischenzeitlich leiteten dann auf Beschluss des Vereins, für einige Jahre Trixi Rings und dann später Marga Hellingrath die Damensitzungen.

Nach 4 Jahren wurden auch diese Veranstaltungen wieder vom Präsidenten der PG übernommen.

Der 1. Karnevalszug formierte sich als Aufmarsch des Prinzen Alfred I. und seiner Prinzessin Hildegard I. mit der Prinzengarde in der Session 1970/71, als ein umgebauter Feuerwehrwagen, geschmückt durch die Straßen Langenfelds fuhr.

Fortan wurde dann jedes Jahr ein Zug in Langenfeld organisiert.

1976 wurden dann nach langen Beratungen doch "richtige" Uniformen angeschafft.

Die schmucken Gardeuniformen mit den gelben Federbüschen am Zweispitz bilden auch heute noch einen Blickfang in der Vereinslandschaft unserer Stadt.

Den ersten Einbruch in der Erfolgsstory bildet die Auflösung des Tanzcorps der PG. Endlos wirkende interne Querelen bildeten hierfür die Gründe.

Die damalige Trainerin wechselte danach in die Postalia und gründete mit einigen Tänzerinnen das Tanzcorps der Postalia. 

Die erfolgreiche Herrensitzung wurde später aus Kostengründen ebenfalls eingestellt, leider.

Andere Veranstalter lösten dann die Publikumsrenner der PG ab.

Wer aber glaubte, die PG würde den Kopf in  den Sand stecken, der musste sich eines Besseren belehren lassen.

Die PG war auch weiterhin die treibende Kraft im Karneval von Langenfeld.

1978 wurde zum 1. Mal die Taufe der Neuen mit großem Pomp im Jahnhaus durchgeführt und bildete fortan einer der Höhepunkte im Vereinsleben der Garde.

Erwähnenswert sind dann noch die großartigen Prunkwagen der PG.

Hierfür zeichneten zunächst Winfried Gabler, und später weitere erfolgreiche Bauleiter verantwortlich.

Wobei auch erwähnt werden muss, dass die Dekorationen immer durch ihren Einfallsreichtum auffiel.

Den größten Einbruch erlebte die PG mit dem Umbau der Stadthalle.

2 bittere Jahre mussten in der Aula des KAG überbrückt werden. Jahre danach war dieser Rückschlag noch zu verschmerzen.

Aber nach dem Sprichwort " Was uns nicht umbringt macht uns stark" ging es bei der PG weiter.

Einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bildete dann das Prinzentreffen. Bis zu 20 Prinzen von Nah und Fern reisten nach Langenfeld, unter ihnen auch das Dreigestirn von Köln.

Die PG war Herausgeber einen eigenen Zeitung des "Narrenspiegel", der jahrelang von unseren Mitgliedern Adelheid und Fritz Schlunken herausgegeben wurde und bildete den finanziellen Rahmen für die sehr aufwendigen Veranstaltungen, die hierdurch, sowie durch den bespiellosen Einsatz der Mitglieder bei der Bewirtschaftung erst ermöglicht wurden.

Das erste "kleine" Jubiläum der PG, das 11 jährige, wurde 1980,

Groß in der Stadthalle gefeiert, Das 22 jährige folgte 1991, 2002 wurde dann 3 x 11 Jahre PG gefeiert und in diesem Jahr blickt die PG auf 44 Jahre zurück.


Zur "Garde" gesellte sich vor einigen Jahren ein Reitercorps und das Amazonencorps, die einen absoluten Höhepunkt mit ihren Pferden bei den Karnevalszügen darstellen.

Heute bilden Garde, Reitergarde, Amazonencorps, Senat und Damenelferrat das Rückgrad der PG.

Zahlreiche Veranstaltungen, auch außerhalb der Session, Stadtfeste und Sommerfeste, werden von den Mitgliedern der PG erfolgreich mitgestaltet.

Die Prinzenaufzüge sind ohne die schmucken Uniformen der PG kaum denkbar und auch sonst ist die PG seit ihrer Gründung, eine der tragenden Säulen in der Langenfelder Vereinslandschaft.

1995 trat Manfred Stuckmann nach 26 Jahren als Präsident zurück und wurde zum Ehrenpräsident gewählt. Peter Demmer übernahm das Zepter der PG und nach ihm für 2 Jahre Frank Haller, als jüngster Präsident der Region, 2001 wird als neuer Präsident der PG Peter Teichmann gewählt. 2010 trat Peter Teichmann als Präsident zurück, er wollte jüngeren Platz machen um die PG weiterhin auf Erfolgskurs zu halten. Igor Scholz wurde neuer Präsident.

Bei einem tragischen Verkehrsunfall kam Igor Scholz im März 2011 ums Leben. 

Seit Juni 2011 ist Hans – Werner Jansen, Ex – Prinz aus der Session 2010/11 neuer Präsident der Prinzengarde.

Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch Josef Krings und Ehrenpräsident Manfred Stuckmann passive Mitglieder der Prinzengarde.